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Die Künstlergruppe „zenit&nadir“ existiert seit 2006. Von Anfang an stand das Interesse, Räume und ihre Umgebung zu bespielen, im Vordergrund. Der Auftrittsort wurde somit grundsätzlich durch vor Ort gesammeltes Bild- und Soundmaterial in die Performance mit einbezogen. Zunächst beschränkten sich die Ausdrucksmittel auf VJing und sowohl elektronisch als auch analog erzeugte Livemusik. Weitere Arbeiten entstanden im Auftrag für Museen, Einweihungen und Festivals in Stuttgart, Riga und Straßburg. In dieser Zeit ergab sich eine enge Zusammenarbeit mit der damaligen Stuttgarter Galerie „fluctuating images“, in deren Auftrag zenit&nadir an Screenings, Aufführungen und 2007 an der Veranstaltungsreihe „exploring party – Party als Kunst“ im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart teilnahm. Für diesen Anlass erarbeiteten wir eine Performance, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen Sound und Bewegung auseinandersetzte. Wir erstellten vorab ein Video mit Bewegungssequenzen, das dann, während des Auftritts, durch zwei Schlagzeuger an ihren Drumsets mit Hilfe einer entsprechenden Software gesteuert wurde. Der Bildrhythmus wurde durch das Schlagzeugspiel sowie der Inhalt des Videos durch die vorab ausgewählten Sequenzen bestimmt.

Seither ist die Verknüpfung von Bewegung, Video und Sound bzw. Live Drums für unsere Arbeit maßgeblich, da sich dadurch unsere Ausdrucksmöglichkeiten erweiterten. Eine zusätzliche Erweiterung stellte sich dadurch ein, dass wir die Bestandteile unserer Performances nicht nur aus den, am Veranstaltungsort gesammelten Bild- und Soundfragmenten generierten, sondern unseren Projekten geschichtliche Ereignisse politischer und/oder soziokultureller Natur zugrunde legten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Auftrittsort standen. So geschehen z.B. 2009 in unserer Bühnenproduktion „contain – Leben in 33m³“, die im Theaterhaus Stuttgart uraufgeführt wurde. Inhaltlich bezogen wir uns auf das Containerdorf für Flüchtlinge in den ehemaligen Rheinstahlhallen auf dem Pragsattel – die heutigen Räumlichkeiten des Theaterhauses – zur Zeit des Bürgerkrieges auf dem Balkan. Die Bühnenperformance entwickelte sich, basierend auf umfangreichem Recherchematerial, durch „work in progress“.

Außerdem entstand eine neues Projekt mit dem Namen “Mad Woman’s Vision”, das sich mit dem Spannungsfeld zwischen Sound und Gefühl auseinandersetzt. Mit diesem Soundprojekt sollen Fragen gestellt werden, die jeder für sich selbst beantworten kann. Allein das Geschehen bietet eine mögliche Antwort. „Was man fühlt, ist reicher, als das, was man weiß.“ Unter diesem Motto entsteht ein Raum für die Freiheit den eigenen Platz persönlich zu definieren. Dieses Projekt wurde erstmalig im Rahmen der Ausstellung „TRANS-FORM-A(k)TIONS-PROZESSE“ im Kunstbezirk Stuttgart gezeigt.

 

zenit&nadir | visual sound performance

Alexandra Mahnke
Aleksandar Nesic

 

zenit & nadir - visual sound performance - stuttgart